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Netzanschluss für Batteriespeicher: Zahlen und Lage.
Die Zahl der Anschlussanfragen für Batteriespeicher hat sich 2025 gegenüber dem Vorjahr fast verdreifacht. Ein zentraler Engpass ist der Netzanschluss, dazu kommen Lieferzeiten für Transformatoren. Diese Seite ordnet die Zahlen der Bundesnetzagentur und die laufenden Reformen ein.
Wie schwer ist ein Netzanschluss für Batteriespeicher?
Der Netzanschluss ist der Engpass für Großbatteriespeicher in Deutschland. 2025 gingen bei den Netzbetreibern 18.158 Anfragen mit zusammen 573,5 GW ein. Auf diese Anfragen entfielen 33,9 GW verbindliche Zusagen, nach eigener Berechnung rund sechs Prozent der angefragten Leistung. Die Übertragungsnetzbetreiber vergeben Kapazität laut Fachberichten seit 2026 nach Projektreife statt nach Eingang.
Stand: · Redaktion SAFETEE · verantwortlich: Marc Riegel
Wie viele Speicher wollen ans Netz?
Die 54,2 GW Zusagen enthalten auch Zusagen auf ältere Anfragen. Für die Anfragen aus 2025 allein waren es 1.468 Zusagen mit 33,9 GW. Mehrfachanfragen für dasselbe Projekt sind üblich, und eine Zusage bindet nur den Netzbetreiber: Nicht jedes zugesagte Projekt wird gebaut.
Im Übertragungsnetz hatten die vier Übertragungsnetzbetreiber bis zum 1. April 2026 bereits 64 Zusagen über 24,7 GW erteilt, fast so viel wie im ganzen Jahr 2025.
| Netzebene | Anfragen | angefragte Leistung | Zusagen 2025 (inkl. Altanfragen) |
|---|---|---|---|
| Verteilnetz | 17.775 | 406,8 GW | 1.866 mit 26,9 GW |
| Übertragungsnetz | 383 | 166,7 GW | 71 mit 27,3 GW |
| Gesamt | 18.158 | 573,5 GW (1.583 GWh) | 1.937 mit 54,2 GW (142,4 GWh) |
Wie viel Speicherleistung ist schon in Betrieb?
Nach der Auswertung der Bundesnetzagentur auf SMARD (August 2026) sind 1.292 Speicher ab Mittelspannung mit rund 3,6 GW Nettoleistung und rund 6 GWh Kapazität in Betrieb. Eine ältere Zählung im Marktstammdatenregister (Stichtag 15. Oktober 2025) nennt für Großbatteriespeicher über 999 kW rund 2,4 GW Bruttoleistung; beide Werte sind unterschiedlich abgegrenzt.
Was ändert das Reifegradverfahren?
Die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW vergeben Anschlusskapazität für Großverbraucher wie Speicher, Rechenzentren und Elektrolyseure seit 2026 nach Projektreife statt nach Eingang. Nach Auswertung der Kanzlei CMS begann der erste Zyklus am 1. April 2026 mit Stichtag 30. Juni 2026.
- Laut CMS: Bewertung mit bis zu 11 Reifegradpunkten in vier Kategorien: Fläche und Genehmigung, Anlagenkonzept, Leistungsfähigkeit des Antragstellers, Netz- und Systemnutzen
- Antragsgebühr pauschal 50.000 Euro
- Realisierungskaution 1.500 Euro je MW nach positiver Entscheidung, später auf den Baukostenzuschuss angerechnet
- Dauer des ersten Zyklus rund zehn Monate: Antrag, Clusterstudie, Angebot
Wie lange dauert ein Anschluss?
Eine amtliche Statistik zu Wartezeiten ist der Redaktion nicht bekannt. Nach Branchenberichten vom Februar 2026 sind nahezu alle freien Anschlusspunkte im Höchstspannungsnetz für die nächsten fünf Jahre reserviert.
Hinzu kommen Lieferzeiten für Transformatoren. Laut ZfK (Juni 2026) nennt Siemens Energy für Hochspannungs-Leistungstransformatoren 18 bis 36 Monate, Hitachi Energy ein bis zwei Jahre; der Netzbetreiber Westfalen Weser empfiehlt mindestens fünf Jahre Beschaffungsvorlauf. Das sind Angaben der Unternehmen, keine amtlichen Zahlen.
Was plant die Bundesregierung mit dem Netzpaket?
Das Bundeskabinett hat den Regierungsentwurf am 29. Juli 2026 beschlossen (Bundestagsdrucksache 21/7866). Die erste Lesung war am 24. September 2026, die Anhörung im Ausschuss für Wirtschaft und Energie am 7. Oktober 2026. Eine Verabschiedung war bis zum Stand dieser Seite nicht verzeichnet; das Inkrafttreten ist für den 1. Januar 2027 geplant.
- Priorisierung von Anschlussanträgen nach gesetzlichen Kriterien
- Redispatch-Vorbehalt in kapazitätslimitierten Gebieten; als solches gilt laut Regierungsentwurf ein Gebiet mit mehr als 5 Prozent Abregelung im Vorjahr, für sechs Jahre
- Reservierungsregeln für Anschlüsse ab 135 kW und monatliche Netzkapazitätskarten
- Speicher sind vom Anschlussvorrang für erneuerbare Energien ausgenommen
Inhalte nach Auswertungen der Kanzleien CMS und GÖRG zum Regierungsentwurf. Bis zur Verabschiedung kann sich der Text ändern.
Was gilt beim Baukostenzuschuss?
Die Bundesnetzagentur hält einen Baukostenzuschuss für netzgekoppelte Batteriespeicher oberhalb der Niederspannung für zulässig und hat dazu ein Positionspapier mit Leistungspreismodell veröffentlicht. Der Bundesgerichtshof hat einen danach berechneten Zuschuss am 15. Juli 2025 bestätigt (EnVR 1/24).
Was das Critical Radar dazu zeigt
Im Bereich Bau und Energie führt das Critical Radar Speicher, Netzausbau und Großprojekte mit Kennzahlen aus Marktstammdatenregister und SMARD. Zu Netzanschluss, Netzpaket und Lieferketten stellt die Redaktion Prognosen mit Wahrscheinlichkeit und Stichtag, auf Wunsch zu Ihrem eigenen Vorhaben.
Prognosen mit Wahrscheinlichkeit und Stichtag So entstehen Prognosen
Fragen und Antworten
Häufig gefragt.
Wie viele Batteriespeicher haben 2025 einen Netzanschluss angefragt?
Laut Bundesnetzagentur 18.158 Anfragen mit zusammen 573,5 GW Leistung und 1.583 GWh Kapazität, davon 383 im Übertragungsnetz und 17.775 im Verteilnetz.
Wie viele Anfragen bekommen eine Zusage?
Auf die Anfragen aus 2025 entfielen bis zur Auswertung der Bundesnetzagentur 33,9 GW verbindliche Zusagen, nach eigener Berechnung rund sechs Prozent der angefragten Leistung. Mehrfachanfragen für dasselbe Projekt sind laut Bundesnetzagentur üblich.
Was ist das Reifegradverfahren?
Ein Verfahren der Übertragungsnetzbetreiber, das Anschlusskapazität für Großverbraucher wie Speicher nach Projektreife vergibt statt nach Eingang. Nach Auswertung der Kanzlei CMS begann der erste Zyklus am 1. April 2026.
Ist das Netzpaket schon beschlossen?
Bis zum Stand dieser Seite war keine Verabschiedung verzeichnet. Der Regierungsentwurf liegt dem Bundestag vor, die Anhörung war am 7. Oktober 2026; das Inkrafttreten ist für den 1. Januar 2027 geplant.
Quellen
- Status of battery storage applications in 2025/2026, Bundesnetzagentur, SMARD, 20.08.2026
- Stromspeicher, Bundesnetzagentur, abgerufen 26.10.2026
- FAQ Stromspeicher: Baukostenzuschuss, Bundesnetzagentur, abgerufen 26.10.2026
- Neues Reifegradverfahren über Netzanschlüsse am Übertragungsnetz, CMS Hasche Sigle, abgerufen 26.10.2026
- Trafos als Nadelöhr beim Netzausbau, ZfK, 22.06.2026
- Anhörung zum Energiewirtschaftsrecht (Netzpaket), Deutscher Bundestag, 07.10.2026
- Netzpaket 2026: neue Regeln für Netzanschlüsse geplant, CMS Hasche Sigle, 31.07.2026
- Bundesregierung beschließt Netzpaket, GÖRG, 22.09.2026
- Speicherplaner fragten 2025 über 570 Gigawatt Netzanschluss an, cleanthinking, abgerufen 26.10.2026
Alle Quellen wurden zum angegebenen Stand abgerufen. Zahlen sind unverändert übernommen, eigene Berechnungen als solche gekennzeichnet. Diese Seite ist eine Lagezusammenfassung, keine Rechtsberatung.