Critical Radarby SAFETEE

Wissen · Lage in Deutschland

Stromausfall in Deutschland: Zahlen und Lage.

Im Alltag ist das deutsche Stromnetz sehr zuverlässig, die Fragen nach Blackout und Sabotage werden trotzdem lauter. Diese Seite trennt Zahlen von Vermutungen: was gemessen wird, was zuletzt passiert ist und was Behörden sagen.

Wie oft fällt in Deutschland der Strom aus?

Selten und kurz. 2024 war jeder Letztverbraucher im Schnitt 11,7 Minuten ungeplant ohne Strom, Ereignisse höherer Gewalt nicht eingerechnet; das Zehnjahresmittel liegt bei 12,7 Minuten. Größere regionale Ausfälle gingen zuletzt auf Brandanschläge zurück, etwa im Januar 2026 in Berlin: 45.400 Haushalte und 2.200 Gewerbekunden waren mehrere Tage ohne Strom.

Stand: · Redaktion SAFETEE · verantwortlich: Marc Riegel

Wie zuverlässig ist das Stromnetz?

Für 2024 meldeten 830 Netzbetreiber 164.645 Unterbrechungen. Erfasst werden ungeplante Unterbrechungen über drei Minuten in Nieder- und Mittelspannung, ohne Ereignisse höherer Gewalt. Der Wert für 2025 lag zum Stand dieser Seite noch nicht vor.

Durchschnittliche ungeplante Unterbrechung je Letztverbraucher (SAIDI Strom, Bundesnetzagentur)
JahrMinuten
202212,2
202312,8
202411,7
Mittel der letzten zehn Jahre12,7

Welche großen Ausfälle gab es zuletzt?

Am 3. Januar 2026 fiel ab 6:13 Uhr nach einem Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal im Berliner Südwesten der Strom für 45.400 Haushalte und 2.200 Gewerbekunden aus, in Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Nach Medienberichten war die Versorgung am 7. Januar wiederhergestellt. Der Generalbundesanwalt ermittelt; die Bundesregierung nannte im März 2026 einen Anfangsverdacht gegen Mitglieder der sogenannten Vulkangruppe und prüft die Echtheit der Bekennerschreiben.

Bereits am 9. September 2025 hatte ein Brandanschlag auf Strommasten in Berlin-Johannisthal nach Angaben des Landesportals berlin.de rund 50.000 Kunden vom Netz getrennt.

Wie schätzen Behörden die Sabotagegefahr ein?

Das Bundesamt für Verfassungsschutz schreibt in seinem Sicherheitshinweis für die Wirtschaft 01/2026 zum Energiesektor (26. März 2026): Russland habe Fähigkeit und Absicht zu Angriffen auf EU- und NATO-Staaten, 2025 seien niederschwellige Versuche wie Aufklärung beobachtet worden, eine konkrete Kampagne mit spürbaren Auswirkungen sei derzeit nicht bekannt.

Zugleich verursachten linksextremistische Anschläge auf kritische Infrastruktur nach Angaben des Amtes jährlich Schäden im mehrstelligen Millionenbereich; Brandstiftung sei die bevorzugte Methode. Medien berichten unter Berufung auf eine vertrauliche Lagebewertung von rund 320 Sabotage- und Verdachtsfällen gegen kritische Infrastruktur im Jahr 2025; eine öffentliche Statistik des Bundeskriminalamts dazu ist der Redaktion nicht bekannt.

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout?

Eine amtliche Wahrscheinlichkeit für einen großflächigen Blackout ist der Redaktion nicht bekannt. Das Versorgungssicherheitsmonitoring der Bundesnetzagentur, das die Bundesregierung am 3. September 2025 beschlossen hat, sieht die Versorgung bis 2035 als gesichert, wenn bis zu 22,4 GW steuerbare Leistung hinzukommen, bei verzögerter Energiewende bis zu 35,5 GW.

Wichtig ist die Unterscheidung: Ein Blackout erfasst große Teile des Netzes, regionale Ausfälle wie in Berlin betreffen einzelne Netzgebiete. Die großen Ausfälle in Berlin 2025 und 2026 waren regional begrenzt, dauerten aber mehrere Tage.

Wie bereitet man sich vor?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können; schon drei Tage helfen. Für Getränke rechnet es mit mindestens 1,5 Litern je Erwachsenem und Tag, dazu 0,5 Liter zum Kochen. Der neue Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ behandelt auch den Stromausfall.

Für Betriebe gehört ein mehrtägiger Stromausfall in die Notfallplanung: Wer muss erreichbar sein, was läuft auf Notstrom, wie wird die Baustelle oder Anlage gesichert?

Was das Critical Radar dazu zeigt

Das Critical Radar zeigt Vorfälle an Strom- und Bahninfrastruktur auf der Deutschlandkarte, mit Quelle und Einordnung der Behörden, und führt Prognosen zu Sabotage und Versorgungslage mit Wahrscheinlichkeit und Stichtag. Zum Stichtag weist die Redaktion offen aus, ob eine Prognose eingetreten ist.

Prognosen mit Wahrscheinlichkeit und Stichtag So entstehen Prognosen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt.

Wie lange fällt der Strom in Deutschland im Schnitt aus?

2024 waren es laut Bundesnetzagentur 11,7 Minuten ungeplante Unterbrechung je Letztverbraucher, im Mittel der letzten zehn Jahre 12,7 Minuten.

Was ist beim Stromausfall in Berlin im Januar 2026 passiert?

Nach einem Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal waren ab dem 3. Januar 2026 45.400 Haushalte und 2.200 Gewerbekunden im Berliner Südwesten ohne Strom, nach Medienberichten bis zum 7. Januar. Der Generalbundesanwalt ermittelt.

Ist ein bundesweiter Blackout wahrscheinlich?

Eine amtliche Wahrscheinlichkeit ist der Redaktion nicht bekannt. Die Bundesnetzagentur sieht die Versorgung bis 2035 als gesichert, wenn ausreichend steuerbare Leistung hinzukommt. Die großen Ausfälle der letzten Jahre in Berlin waren regional begrenzt.

Wie viel Vorrat empfiehlt das BBK?

Möglichst für zehn Tage, mindestens für drei Tage. Bei Getränken rechnet das BBK mit 1,5 Litern je Erwachsenem und Tag, dazu 0,5 Liter zum Kochen.

Quellen

Alle Quellen wurden zum angegebenen Stand abgerufen. Zahlen sind unverändert übernommen, eigene Berechnungen als solche gekennzeichnet. Diese Seite ist eine Lagezusammenfassung, keine Rechtsberatung.